Bedeutung für die Menschen

Die Buchen und die Menschen 2

Ölgemälde von Franz Fersch sen. 1983

 

Eine moderne Sage von der Bavaria Buche

Der verstorbene Pondorfer Heimatchronist Franz Fersch senior hat 1980 eine Sage über die Bavaria Buche verfasst.
Sie handelt vom Gutsherrn von Stenzenhof, der mit den Kreuz­rittern auszieht und seiner Familie an einer kleinen Buche seine Rückkehr gelobt. Aber er bleibt verschollen. Einen Ritter, der nach einigen Jahren um die Gutsherrin wirbt, weist die Zurückgebliebene schroff ab: „Lieber soll die Buche, an der ich meinen Gemahl verabschiedet habe, eintausend Jahre alt werden, bevor ich mich verheirate, ohne dass der Tod meine erste Ehe gelöst hat.“ Daraufhin verstößt der Ritter die Gutsherrin.
Später kursiert das Gerücht, der alte Gutsherr sei zurück und habe einen Schatz unter der Buche ­vergraben, weil er seine Familie nicht mehr angetroffen habe.
Die Gier treibt den neuen Herrn zur Buche, um den Schatz zu holen, aber er stürzt, bricht sich beide Beine und erfriert in der eisigen Kälte. Seine Leiche wird erst im nächsten Frühjahr entdeckt.
Noch Jahrhunderte später soll man des Nachts aus dem Geäst des Baumes das Klappern von Pferdehufen und das Klirren von Ritterrüstungen hören.

Die Bavaria Buche übte auf viele Menschen aus Pondorf und der Umgebung eine große Anziehungs­kraft aus. Sie war Ziel von Spaziergängern und viele Schulausflüge führten hierher. Manche Familienfeier und manches Picknick fand hier statt, sogar Hochzeitsgesellschaften. Im Schutz des Baumes trafen sich auch Liebespaare und verewigten sich in seiner Rinde.

Ausfahrt mit dem neuen Auto, 1964

Ausfahrt mit dem neuen Auto, 1964

Schäfer bei der Buche, 1944

Schäfer bei der Buche, 1944

Familienfeier um 1970

Familienfeier um 1970

Die beeindruckenden Ausmaße des Stammes, 1992

Die beeindruckenden Ausmaße des Stammes, 1992

Schulausflug um 1960

Schulausflug um 1960

Die Buchen und die Menschen

Die Limesbuche bei Gelbelsee, ein beliebter Ausflugsort für Spaziergänger und Schulklassen.

 

Der verbreitetste Laubbaum Deutschlands

Wo der Altmühltal-Panoramaweg oder seine Schlaufenwege durch den Wald führen, taucht man oft ein in geheimnisvolle Buchen­wälder – der „Urbaum Europas“ prägt die Landschaft des Naturpark Altmühltal auf vielfältige Art und Weise. Im Landkreis Eichstätt sind rund 30 Prozent der Waldfläche mit Buchen bestockt, das sind insgesamt etwa 15.000 Hektar.

Buchen zum besuchen

Nicht nur die Buchenwälder der Region, auch beeindruckende einzeln stehende Bäume laden dazu ein, die „Faszination Buche“ kennen zu lernen.

Wald entspannt

Nach der Bayerischen Verfassung ist der Wald aller Eigentümer zur ­Erholung für jedermann offen.
Jeder darf hier Kraft tanken, Natur spüren und Langsamkeit entdecken – kostenlos. Vor allem in den Ballungsräumen ist der Wald ein unersetzlicher Erholungsraum. Und es ist schon längst kein Geheimnis mehr: Der Aufenthalt im Wald fördert nachweislich die Gesundheit.

Wald bildet

Der Wald ist ein idealer Bildungsort und bietet eine Fülle an Erlebnissen und Erfahrungen für jedes Alter.
Gerade auch Kindern bietet der Aufenthalt im Wald reichhaltige Anregungen und fördert so vernetztes Denken und die Motorik. Konkrete Bildungsangebote bieten der Kipfenberger Buchenpfad und das Walderlebniszentrum Schernfeld.

Waldkindergarten

Der Waldkindergarten ist ein Ort ohne Türen und Wände, welcher den Kindern den aufregendsten Spielplatz bietet, den es gibt: die Natur. Zu jeder Jahreszeit stehen den Kindern in Wald und Flur die reichhaltigsten Erfahrungs- und Lebensräume zur Verfügung.   (aus Wurzelkinder e.V.)
Auch Altmannstein hat ab April 2020 einen Waldkindergarten.
In vielen Kindergärten werden „Waldwochen“ angeboten.

 

Einzeln stehende Buche auf dem Kernberg oberhalb Gungolding am Altmühltal-PanoramawegWald entspanntGlückliche Waldkinder

 

Die Funktionen unseres Waldes

Foto: Toni Mürbeck

Wald wärmt
Der Wald speichert die wärmende Energie der Sonne in seinem Holz und macht sie für uns nutzbar.
Der nachwachsende Rohstoff Holz ist ein klimaneutraler Brennstoff.
Er setzt beim Verbrennen nur so viel CO2 frei, wie er vorher der ­Atmosphäre entzogen hat.
Und er leistet einen wertvollen ­Beitrag zu erneuerbaren Energien. Holz ist der wichtigste nach­wachsende Bioenergieträger
in Bayern.

 

 

Wald reinigt
Aus dem Wald kommen sauberes Trinkwasser und reine Luft. Die ­Niederschläge, die in den Waldboden sickern, werden dort ­gefiltert und wie in einem Schwamm gespeichert. Das kostbare Nass ist weniger mit Schadstoffen belastet als im Freiland.
Unsere Waldbäume bauen CO2 in Biomasse um. Dadurch wird es über Jahrzehnte der Atmosphäre entzogen und im Holz gespeichert. Wenn wir Holz langfristig nutzen, bremsen wir die Klimaerwärmung.

 

 

Wald beherbergt
Wälder bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Viele sind an das Zusammenleben mit Bäumen angepasst. Einige ­gedeihen nur im Schatten der Bäume, andere brauchen Baumhöhlen, wieder andere benötigen Eicheln, Bucheckern oder Fichtensamen als Nahrung.
Wälder mit ihren vielfältigen ­Strukturen sind außergewöhnlich wertvolle Ökosysteme und un­ersetzliche Heimat für eine wunderbare Tier- und Pflanzenwelt.

 

 

Wald schützt
Der Wald schützt Siedlungen und Verkehrswege vor Lawinen, Steinschlag, Muren und Hochwasser. Im Gebirge sind die Menschen besonders auf den Wald angewiesen.
Über 1,3 Millionen Menschen leben und arbeiten im bayerischen Alpenraum. Dazu kommen noch einmal 4,5 Millionen Urlaubsgäste und Tagesausflügler. Sie alle brauchen intakte und leistungsfähige Bergwälder, die Schutz, Erholung und Lebensraum bieten.